Deutscher Stiftungstag, 6.-8. 5. 2015 in Karlsruhe

Unsere Stiftung WID ist winzig im Vergleich zu der riesigen Aufgabe und derzeit nur regional tätig. Aber unser anspruchsvoller Name verbirgt ein nachhaltiges und nachahmenswertes Konzept. Doch zuvor eine Aussage von  einer Mitarbeiterin der Stadtmission in Grünstadt, die sich schon jahrelang tätig engagiert.  „Die Flüchtlinge kommen ganz unabhängig davon, ob wir wollen oder nicht, und zwar immer mehr.  Also machen wir etwas daraus und folgen unserer Menschlichkeit.“

Für uns und für Europa ist diese Aufgabe weniger eine Bürde denn eine Riesenchance; nicht nur weil der alternde Kontinent neue Leute braucht, sondern auch, um in der Bewältigung dieser großen Aufgabe aus der gegenwärtigen moralischen Krise herauszukommen und unsere europäische Identität zu finden. Denn nur mit Euro-Rettung und Verteidigung unserer Wohlstandsfestung droht uns verloren zu gehen, was Europa bedeutet. Und zuletzt sagen dann Pegida und Konsorten, was von Europa übrig bleiben soll.

Ohne ein Europa, das an seinen Werten und Idealen erkennbar ist, werden wir unseren Einfluss in den internationalen Zusammenhängen und Institutionen beschädigen und langfristig auch unser wirtschaftliches Potential im Prozess der Globalisierung gefährden. Wir müssen glaubwürdig nach unseren Werten handeln und die Probleme vor unserer Haustüre zu lösen helfen.

Aber zurück zu den Mühen der Ebenen und unserer Stiftung Willkommen in Deutschland. Wir bemühen uns Immobilien zu erwerben und zu renovieren, um Flüchtlinge unter zu bringen. Mit dem eingenommenen Wohngeld finanzieren wir Sprachunterricht und jegliche Art der Betreuung von Flüchtlingen und stellen dabei den vielen Menschen, die schon helfen und den weiteren vielen Menschen, die noch helfen wollen, Mittel zur Verfügung, um ihre Arbeit besser zu ermöglichen.

Damit dient sowohl die Anlageform der Stiftung als auch die Mittelverwendung dem gleichen Zweck der Flüchtlingshilfe und der Schaffung einer Willkommenskultur.

Da viele Kommunen sich gezwungen sehen, angesichts der Anzahl der kurzfristig ihnen zugewiesenen Flüchtlinge wieder Container-Unterbringung erwägen zu müssen, ist solider und menschenwürdiger Wohnraum dringend erforderlich. Leider ist unser Angebot mit derzeit drei Häusern auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber das Beispiel könnte Schule machen, zumal die Immobilienanlage für Stiftungen gegenwärtig sehr aktuell ist.

Wir suchen eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden, die mit den gegenwärtigen Betreuungsaufgaben, die aus dem Zustrom so vieler Flüchtlinge entstehen, heillos überfordert sind. Für diese ersten notwendigen Betreuungsaufgaben stehen praktisch keine Kräfte und Mittel zu Verfügung. Sprachunterricht wird erst nach der Überprüfungsphase finanziert, die viele Monate dauern kann. In Rheinlandpfalz wird gegenwärtig in bescheidenem Umfang ein Patenprogramm aufgebaut, das wir ebenfalls unterstützen.

Und nicht zu vergessen, es gibt so viele Menschen, die helfen wollen und dafür keinen Rahmen und keine Möglichkeiten finden. Wir brauchen dringend auch Spenden, um Betreuung und Sprachunterricht zu fördern.

burkhart

Burkhart Braunbehrens
beim Deutschen Stiftungstag
am 6.-8. 5. 2015 in Karlsruhe