Benefizkonzert sammelt € 1.140,- zur Unterstützung unserer Flüchtlingsarbeit

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Am Sonntag, den 10. Januar fand in Grünstadt ein BenefizKonzert statt, bei dem 1140 Euro für die WID-Stiftung zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit gespendet wurden. Wir bedanken uns bei den Interpreten und den großzügigen Spendern.

Hier eine Konzertkritik von Roland Happersberger:

Wertig und wertvoll
Benefizkonzert in Grünstadt: Birgitta Lutz mit Hörenswertem aus eigener Feder – Ute und Horst Kreidler ebenfalls überzeugend

Es kommt  selten vor, dass ein Konzert von Spezialisten klassischer Musik nicht nur Werke anerkannter Komponisten enthält, sondern zur Hälfte Kompositionen, die dem Interpreten  aus der Feder geflossen sind. Die Kirchheimer Pianistin Birgitta Lutz hat diese Seite schöpferischen Umgangs mit Musik schon vor Jahren für sich entdeckt. Mit der Ebertsheimer Mezzosopranistin Ute Kreidler und deren Bruder Horst Kreidler,  Soloflötist an der Oper Detmold,  stellte sie am Sonntag im Grünstadter Akademiesaal in der Bahnhofstraße Ausschnitte dieses Schaffens einem großen Publikum vor. Kombiniert mit Kompositionen von  Saint-Saëns, Fauré, Massenet und Gershwin.Am Ende war klar: Ihre Musik hält auch in dieser Umgebung stand. Ein zweites Moment macht dieses Konzert gerade in dieser Zeit wertvoll: Die Künstler spielten zu Gunsten der von Ute Kreidler und Burkard Braunbehrens gegründeten Stiftung für Flüchtlingshilfe „Willkommen in Deutschland“, die aus dem Erlös über 1100 Euro für in der Flüchtlingsarbeit jetzt dringend benötigte Sachmittel zur Verfügung stellen kann. Aber vor allem ging es natürlich um Musik. Es waren zum einen einige im Duktus vornehmlich elegische französische Liedkompositionen, Vertonungen bekannter Gedichte, die Ute Kreidler, mal vom Klavier allein, mal auch von der Flöte  begleitet, angenehm ungeschminkt sang. Sie tat das ganz vorzüglich: konzentriert und eher auf Verinnerlichung statt auf äußerliches Pathos setzend, mit schöner abgerundeter Tongebung und in  Übereinstimmung mit ihren musikalischen Partnern. Manchmal entwickelte sich ganz richtig ein regelrechtes Konzertieren, ein musikalischer Wettstreit um den schönsten Effekt. Birgitta Lutz begleitete durchaus brillant, Horst Kreidler blies die Flöte elegant, wohltönend und geschmeidig – das war stimmig und voller wunderschöner Momente.


Birgitta Lutz stellte zunächst zwei eigene Klavierkompositionen – „Deux Valses Sentimentales“, entstanden 2015 – vor. Im Kern spätromantische Musik, die  Neueres aufgenommen und sich klug anverwandelt hat. Den ersten Walzer kennzeichnete gefasste Klarheit, der zweite sang sich  prachtvoll aus: eine Musik, die auf Anhieb für sich einnahm, zumal sie virtuos  präsentiert wurde. Der herzliche Applaus galt gewiss auch der Komponistin.


Vielfältig in ihrer Erfindung und kompositorischen Verarbeitung war die dreisätzige Suite für Flöte und Klavier, deren Sätze nach den griechischen Himmelgöttergeschwistern Eos, Helios und Selene benannt waren. Das musikalische Geschehen dieser Programmmusik ist vielschichtig, gibt den Ohren wie dem  Verstand viel Schönes. Im Saal anwesend war der Textautor der beiden Gesangskompositionen „Hoffnung“ und „Lebensweg“, zwei Gedankendichtungen, die Birgitta Lutz in eigenartig langen Notenwerten in Musik gesetzt hat – das war bei nur einmaligem Hören nicht recht auszuschöpfen. Besonders indes gefiel das „Herbstlied“ von 2015; Birgitta Lutz hat hier einen eigenen Text vertont; konkrete Naturbeobachtung füllt sich dabei mit philosophischer Betrachtung und bietet Gelegenheit zu einfallsreich kontrastreicher Gestaltung. Die Komponistin widmete dieses Lied Ute Kreidler.


Viel Freude machten dann Flötist und Pianistin mit der lebhaft musizierten  „Fantasie op. 79“ von Gabriel Fauré; ein pianistisches Feuerwerk brannte Birgitta Lutz  mit drei Préludes von George Gershwin ab und schwelgte dabei in synkopischer Rhythmik. Besonders das dritte Stück begeisterte; man sah vor dem inneren Auge gleichsam einen stolzen Tänzer schreiten: das war farbenreich, groß, elegant, schwungvoll und ganz Esprit. Heiter das Zugabenfinale: ein Galopp, der die Interpreten von der komödiantischen Seite zeigte.

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