Zwischenbericht WID-Stiftung, Stand November 2015

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Als wir die Stiftung vor fast einem Jahr gegründet haben, wollten wir ein Zeichen setzen für einen humanen und positiven Umgang mit der großen Zuwanderung von Flüchtlingen. Inzwischen hat ein überraschend großer Anteil der deutschen Bevölkerung mehr als ein Zeichen gesetzt mit praktischer Hilfe und willkommener Aufnahme von so vielen Flüchtlingen, wie es kaum vorstellbar schien.

Zugleich erleben wir ein denkwürdiges Hin und Her der Politik, eine Kanzlerin, die mit ihrem „Wir schaffen das“ und der nüchternen Einschätzung, dass wir die Zuwanderung von Menschen in Not nicht deckeln können, ausgesprochen hat, was geschieht und was die Menschen hier praktisch schon tun, während andere Politiker Zweifel sähen, und wenig tun, um die geforderten Verwaltungen und die Kommunen zu unterstützen.

LIGA und Stadtmission, die die ehrenamtliche Arbeit vor Ort schon seit Jahren organisieren, finden nun endlich die Anerkennung und immer besser auch die Zusammenarbeit mit den Behörden. Zusammen organisieren sie den runden Tisch, bei dem die Vertreter der Ehrenamtlichen mit den Vertretern der Verwaltung zu Beratung und Austausch regelmäßig zusammen kommen. Insgesamt eine Entwicklung, die nicht so leicht zurückgedreht werden kann.

Die Stiftung WID unterstützt diese ehrenamtliche Tätigkeit. Sie sammelt die Spenden ein für die Flüchtlingshilfe und hat in der Jakobstraße in Grünstadt den Begegnungsraum VISaVIS eingerichtet, wo nun regelmäßig Sprachunterricht und Beratungsgespräche für Flüchtlinge und Asylsuchende stattfinden.

Das Spendenkonto hat mit Einzelspenden einiges über 1000 € gesammelt, ein Benefizkonzert in der Friedenskirche hat einen Erlös von über 1400€ erbracht und der KivanisClub Grünstadt hat eine Spende von 5000€ für die Unterstützung von Migranten Kindern und -jugendlichen übermittelt.

Die Vermietung von Wohnraum an Flüchtlinge wird nun bald auch zusätzliche Gelder für die Flüchtlingsunterstützung einbringen. Das Haus in der Jakobstr. in Grünstadt wird seit Juli, das Haus in Eisenberg seit September vermietet; das heißt die Anträge auf Wohngeld sind gestellt, die Auszahlung lässt noch auf sich warten. Die Renovierung des Hauses in Eisenberg wurde von der einziehenden Familie tatkräftig unterstützt.

Die Renovierung der beiden Wohnungen in der Jakobstr. hat begonnen. Bei der Instandsetzung der Elektrik werden wir von der ortsansässigen Firma Krück unterstützt, die eine Frau aus Eritrea mit ausgewiesenen Kenntnissen im Elektrofach als Praktikantin einsetzen will, mit dem Ziel, die Arbeit in einem Ausbildungsverhältnis fort zu setzen. Die schon länger beantragte Zustimmung der Ausländerbehörde in Bad Dürkheim steht leider noch aus.

Das wäre ein sehr tauglicher Modellversuch für die Integration in die Arbeitswelt.

Obwohl alles immer viel langsamer geht, als man zu Anfang denkt, können wir nun dankenswerter Weise sagen. Es geht gut voran.

Burkhart Braunbehrens